Finanzierung der Hamburger Allianz für Social Entrepreneurship bis 2030 gesichert
Im Februar 2024 ging die Hamburger Allianz für Social Entrepreneurship offiziell an den Start, ein Jahr später zog das erste Social Entrepreneurship Forum eine Zwischenbilanz. Bei dem Tagesevent in der Körber-Stiftung gab es zahlreiche Panels und Workshops und eine gute Nachricht: Die Initiative erhält finanzielle Unterstützung von der Stadt Hamburg für mindestens die nächsten fünf Jahre.
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Social-Entrepreneurship-Strategie mit langfristiger Perspektive
Gegründet wurde die Hamburger Allianz für Social Entrepreneurship e.V. 2023 als ein wichtiger Baustein der Social-Entrepreneurship-Strategie der Hansestadt. Inzwischen hat die Allianz 116 Mitglieder, ein sechsköpfiges Team organisiert Veranstaltungen mit Gründungsthemen, bietet umfassende Beratung und sorgt für sektorübergreifende Vernetzung unter anderem mit Wirtschaft und Verwaltung. Bei einem Panel des Forums verkündete Lutz Birke, Amtsleiter Hafen und Innovation, dass die Fortführung dieser Arbeit bis zum Jahr 2030 gesichert sei. Diese langfristige Zusage geht einher mit der Verstetigung der Förderung innovativer Projekte unter dem Titel #UpdateHamburg und der Fortführung des InnoImpact-Programms der IFB Innovationsstarter GmbH, für die jeweils 1 Million Euro jährlich zur Verfügung stehen.
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Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten als größte Herausforderung
Geld, das dringend benötigt wird, wie eine aktuelle Umfrage unter 50 Organisationen aus dem Bereich Social Entrepreneurship belegt. Demnach stuften 14 % der Befragten ihre finanzielle Situation als sehr prekär ein und 44 % als unsicher, aber nur 7 % als gut. Dementsprechend nannten 88 % „Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten“ als wesentliche Herausforderung, mehr „Sichtbarkeit“ und „Verständnis und Anerkennung“ wurden zu jeweils 67 % gewünscht. Mehr noch als Startups im Allgemeinen müssen sozial orientierte Unternehmen nach der Anschubförderung Argumente für weiterführende Finanzierungen liefern und Skalierbarkeit und Profitabilität ihrer Geschäftsmodelle verdeutlichen.
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Milliarden schlummern auf ungenutzten Konten
Wo es ich anbietet, sollte von städtischer Seite Social Entrepreneurship nicht nur durch Förderprogramme unterstützt werden, sondern durch konkrete Zusammenarbeit. Ein weiteres mögliches Finanzierungsmodell könnte sich durch die Nutzung sogenannter nachrichtenloser Konten ergeben. Das sind Konten, auf denen seit mindestens zehn Jahren keine Bewegung stattgefunden hat und deren Besitzer nicht auffindbar sind. Zwischen drei und neun Milliarden Euro könnten so zusammenkommen und in einen Sozialfonds fließen. Das ist noch Zukunftsmusik, doch ein konkreter Plan dafür wurde auf dem Forum vorgestellt.
Wo steht nun Hamburg mit seiner Social-Entrepreneurship-Strategie im Jahr 2025? Bei einem der Panels wurde ein Marathonlauf als Vergleich herangezogen und man sei etwa bei Kilometer 10, vielleicht schon bisschen weiter. Der Weg ist also noch weit, aber die Richtung stimmt.