Angefangen hat es 2019 mit drei Gründern in einem 20-Quadratmeter-Raum an der TU Hamburg. Kürzlich hat plancraft in einem großen Bürogebäude nahe der Reeperbahn zwei Stockwerke bezogen, die bis zu 180 Mitarbeitenden Platz bieten. Den Erfolg hat das Startup einer Software zu verdanken, die bürokratische Prozesse im Handwerk digitalisiert. Im Interview spricht CEO Julian Wiedenhaus über die wichtigsten Erfahrungen bei der Skalierung des Unternehmens und die weiteren Pläne.
So wurde das Startup plancraft zu einem internationalen Unternehmen
Von drei Gründern auf aktuell über 150 Mitarbeitende – welches war die größte Herausforderung bei der Skalierung von plancraft?
Ein paneuropäisches Team aufzubauen, das unsere Werte trägt und dabei unterschiedliche Länder und Kulturen bereichert, statt sie zu verwässern. Wir sind zwar erst im deutschen Markt gewachsen, haben aber von Anfang an als internationale Firma gedacht – das war früh Teil unserer DNA. Genauso wichtig: den eigenen Anspruch an die Arbeit von Tag eins an in die ganze Organisation zu übersetzen, ohne dass er verwässert.
Anmerkung der Redaktion: plancraft hat neben seinem Hauptsitz in Hamburg noch Standorte in Amsterdam, Madrid, Mailand und Wien.
Was war in den letzten sieben Jahren euer größter Fehler und eure beste Entscheidung?
Größter Fehler: zu klein zu denken. Am Anfang haben wir uns selbst nicht zugetraut, aus einer Handwerkersoftware ein internationales Hyper-Growth-Startup zu machen. Wir hätten uns früher radikal mehr zutrauen müssen. Beste Entscheidung: von Tag eins an extrem bewusst unsere Fundamente zu setzen. Klare Mission, klare Vision, klare Werte. Und dann klar und wertebasiert einzustellen, immer und ausnahmslos.
Wie hat sich die Situation des Handwerks in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt?
Insgesamt positiv. Deutlich digitaler, auch wenn wir da noch lange nicht perfekt sind. Das Handwerk durchlebt immer wieder Krisen, von Corona bis zu den Rohstoffpreisen, bleibt aber trotzdem stark. Was - Was uns begeistert: eine jüngere Generation kommt ins Handwerk, viele Betriebe gehen auf Social Media und digitalisieren Prozesse, Marketing und Kundenkommunikation. Genau da setzen wir an. Und ja, das Handwerk hat richtig Bock auf KI.
Wie sehen die Wachstumspläne von plancraft aus?
Zwei Richtungen: wir wollen unseren Fußabdruck im europäischen Markt vertiefen und neue Märkte öffnen, um Handwerkern in ganz Europa mehr Freiraum zu schaffen. Der Weg dahin ist eine Software, die den Betrieb auf Autopilot laufen lässt. KI macht die Nutzung radikal einfach, während darunter ein komplexes System läuft, das alle relevanten Geschäftsprozesse koordiniert und stetig verbessert.