Neue Produktionsanlage und 5,5 Millionen Euro Förderung für MicroHarvest
Das Hamburger Biotech-Startup MicroHarvest baut seine künftige Produktionsanlage im Chemiepark Leuna (Sachsen-Anhalt). Für die Umsetzung hat das Unternehmen einen Zuwendungsbescheid über knapp 5,5 Millionen Euro aus der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft erhalten. MicroHarvest stellt Protein per Biomasse-Fermentation her.
MicroHarvest setzt auf die steigende Nachfrage nach Protein
Die geplante Anlage ist auf eine Jahreskapazität von 15.000 Tonnen ausgelegt. Vorgesehen sind eine Investition im mittleren zweistelligen Millionenbereich sowie die Schaffung von rund 25 neuen Arbeitsplätzen. Der Produktionsstart in Leuna ist derzeit in rund zwei Jahren geplant. Vor dem Hintergrund steigender globaler Proteinnachfrage und fragiler Lieferketten skaliert MicroHarvest seine fermentationsbasierte Produktion, bei der Nebenströme der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft, bevorzugt Melasse aus der Zuckerherstellung, zum Einsatz kommen.
Vor der Entscheidung für den Chemiepark hat MicroHarvest rund 40 Standorte in Europa geprüft. Ausschlaggebend waren in Leuna die vorhandene Infrastruktur, die Versorgungssysteme sowie die Nähe zu landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten und Verarbeitungsbetrieben. Damit wird Leuna zum dritten Standort des Startups; seit Ende 2023 betreibt es eine Pilotanlage in Portugal. Die Zentrale bleibt in Hamburg, wo die geschäftlichen Entscheidungen fallen und die Entwicklung der Produkte weiter vorangetrieben wird. Aktuell findet das in Pulverform produzierte Protein hauptsächlich in Tierfutter Verwendung, Ziel ist die Zulassung für den allgemeinen Lebensmittelmarkt.