Der Deutsche Startup Monitor (DSM) gilt seit vielen Jahren als die wichtigste Informationsquelle über das Deutsche Startup-Ökosystem. Die Befragung für die Ausgabe von 2026 endet am 30. August. Marc Engelmann, Gründer des Startups Boomerang und Landessprecher des durchführenden Startup-Verbands, erklärt im Interview, warum gerade Hamburger Gründer:innen jetzt noch teilnehmen sollten und was ihm persönlich besonders wichtig ist.
Welche konkreten Veränderungen könnten Hamburger Startups mit der Teilnahme am DSM erreichen?
Der Deutsche Startup Monitor ist die Datengrundlage, mit der der Verband gegenüber der Politik argumentiert, zum Beispiel beim Zugang zu Fördermitteln oder beim Bürokratieabbau. Für Hamburg fällt mir da ganz konkret ein: Wenn genug Gründer:innen angeben, dass der Zugang zu Kapital nicht ideal ist und Bankfinanzierungen zäh und intransparent sind, dann wird das zur belastbaren Zahl statt einer Einzelmeinung. Genau solche Zahlen nutzen wir, um bei der Politik oder Schlüsselpartnern auf schnelle Veränderungen zu drängen. Ohne Teilnahme bleibt so etwas immer nur ein Bauchgefühl.
Aus Hamburger Verbandssicht: Welcher Teil der Umfrage ist euch besonders wichtig?
Aus unserer Sicht sind viele Fragenblöcke spannend, beispielsweise zu Unternehmenskooperationen. Laut dem DSM 2025 ist der Anteil der Startups mit Corporate-Partnerschaften von 72 Prozent im Jahr 2020 auf 56 Prozent gesunken. Für den Hamburger Standort mit seiner Mittelstands- und Konzerndichte mit Unternehmen wie Otto und Edeka oder auch dem Hafen ist das ein Alarmsignal. Je mehr Hamburger Startups hier konkret antworten, desto besser können wir lokal gegensteuern, etwa über Formate, die Gründer:innen und etablierte Unternehmen zusammenbringen.
Du bist selbst Gründer: Welche Themen haben dich besonders beschäftigt?
Für mich persönlich als Gründer gab es in den vergangenen Jahren viele Themen, die mir den letzten Nerv geraubt haben. Beim Finanzierungs-/Förderblock würde ich klar den bürokratischen Aufwand bei öffentlichen Fördermitteln hervorheben, zum Beispiel bei der Forschungszulage oder anderen Förderprogrammen. Der Antragsprozess ist komplex, man ist auf teure, externe Berater angewiesen.
Auch die konkrete Zusammenarbeit mit Startups ist definitiv ausbaufähig. Das betrifft öffentliche Ausschreibungen, die neuerdings oft ohne klassisches Vergabeverfahren direkt an Startups vergeben werden können – eine Möglichkeit, die leider viel zu selten genutzt wird. Genauso die Kooperation etablierter Hamburger Unternehmen mit Startups. Aus meiner Sicht wäre das ein klares Win-Win: Öffentliche wie private Auftraggeber stärken den eigenen Wirtschaftsstandort und profitieren gleichzeitig von Hamburger Innovationskraft. Genau das muss besser werden.