Der Hamburger Gründerpreis feierte Jubiläum; in diesem Jahr wurde er zum 25. Mal vergeben. Ausgezeichnet wurden in der Fischauktionshalle der Rohkaffeehändler Michael R. Neumann, das Schienenbauunternehmen Willke und das BioTech-Startup Microharvest. Veranstalter waren wieder die Hamburger Sparkasse und das Hamburger Abendblatt.
Hamburger Gründerpreis 2026 für MicroHarvest, Willke und Michael R. Neumann
Gewinner der Kategorie Existenzgründer: MicroHarvest
Den Preis in der Kategorie Existenzgründer für Startups erhielt das BioTech-Unternehmen MicroHarvest, das 2021 von Katelijne Bekers, Luisa Cruz und Jonathan Roberz gegründet wurde. Es stellt ein Proteinpulver mittels Biomasse-Fermentation her und nutzt dafür Mikroorganismen und Nebenströme aus der Agrar- und Lebensmittelindustrie. In Leuna (Sachsen-Anhalt) entsteht die erste Produktionsanlage im industriellen Maßstab, die bis Ende 2028 eine Kapazität von rund 15.000 Tonnen pro Jahr erreichen soll. Aktuell wird das Protein von MicroHarvest in Futtermitteln für Fische, Hunde und Katzen eingesetzt; die Zulassung für den Einsatz in Lebensmitteln durch die EU steht noch aus.
Gewinner der Kategorie Aufsteiger: Willke Unternehmensgruppe
Die Willke Unternehmensgruppe aus Wittorf bei Lüneburg wurde 1979 gegründet. Die beiden Gründer-Söhne Niklas und Moritz Willke führen das Unternehmen seit 2012 in zweiter Generation. Die Gruppe vereint mehrere spezialisierte Gesellschaften unter einem Dach und hat sich so zu einem Komplettanbieter entwickelt, der ein breites Leistungsspektrum im Bereich der Bahninfrastruktur abdeckt. Dazu gehören die Planung und Vermessung von Gleisanlagen, Gleisbau und Instandhaltung, Oberleitungsbau, Oberbauschweißtechnik, Gleissicherung, Eisenbahnlogistikdienstleistungen sowie der Betrieb einer Werkstatt für Eisenbahntechnik. Mit einem Umsatz in Deutschland von aktuell rund 175 Millionen Euro beschäftigt Willke deutschlandweit über 600 Mitarbeitende und realisiert Projekte in ganz Europa.
Gewinner der Kategorie Lebenswerk: Michael R. Neumann
Michael R. Neumann ist Gründer der Neumann Kaffee Gruppe. Bereits 1934 hatte sein Vater Hanns R. Neumann eine kleine Kaffeehandelsfirma in Hamburg der Preisträger etabliert. Diese Firma entwickelte der Preisträger ab den 1960er Jahren zu einem weltweit führenden Rohkaffeehändler und -dienstleister mit heute mehr als 3.300 Beschäftigten. Rund 50 Tochtergesellschaften in 28 Ländern begleiten den Rohkaffee entlang der gesamten Lieferkette und bieten dabei umfassende Dienstleistungen rund um den internationalen Handel an. 2004 zog sich Neumann ganz aus dem operativen Geschäft zurück und gründete 2005 die Hanns R. Neumann Stiftung, die sich für bessere Lebensbedingungen in Kaffeeanbaugebieten, Umwelt- und Naturschutz sowie Bildung und Integration von Jugendlichen einsetzt.