Der Hamburg Startup Monitor 2026, den die Handelskammer Hamburg und der Deutsche Startup-Verband gemeinsam veröffentlicht haben, zeigt: Die Hansestadt bleibt einer der wichtigsten Startup-Standorte in Deutschland, steht aber gleichzeitig vor einer entscheidenden Frage: Wie kann sich Hamburg zu einem erfolgreichen Scaleup-Ökosystem wie Berlin und München entwickeln?
Der Hamburg Startup Monitor 2026 ist eine Sonderauswertung des im September vergangenen Jahres veröffentlichten Deutschen Startup Monitor 2025. Darin flossen unter anderem die Antworten von 201 Befragten aus Hamburg ein (bundesweit: 1.846). Das sind die wichtigsten Ergebnisse:
Hamburg ist nach Berlin und München mit 1.540 aktiven Startups weiterhin das drittgrößte Startup-Ökosystem in Deutschland.
203 Startups wurden 2025 gegründet – ein Plus von 26 % gegenüber dem Vorjahr.
22 % der Startups lassen sich dem GreenTech-Sektor zuordnen (deutschlandweit 16 %).
Seit 2015 flossen 3,3 Milliarden Euro in Hamburger Startups – deutlich weniger als in Berlin (38 Milliarden) oder München (12 Milliarden).
66 % der Befragten betonen die Relevanz von Vor-Ort-Formaten für Austausch und Kooperation, signifikant mehr als im Bundesdurchschnitt (56 %).
Mit 23 % liegt Hamburg beim Anteil weiblicher Gründerinnen über dem Bundesschnitt von 20%.
Hohe Internationalität ist wichtiger Standortfaktor
Bei der Internationalität ist die Hansestadt gut aufgestellt: 21 % der Hamburger Startup-Gründer:innen sind im Ausland geboren (Deutschland: 13 %). Die Stadt ist für internationale Talente insgesamt sehr attraktiv. 49 % der Befragten stimmen dem zu (im Bundesschnitt: 40 %). Trotzdem können Hamburger Startups beim Thema noch aufholen: In 40 % der Unternehmen ist Englisch Arbeitssprache, während es in Berlin 67 % sind (Bundesdurchschnitt: 37 %). Und auch bei dem Anteil der internationalen Teammitglieder insgesamt hat Berlin mit 42 % und deutlichen Vorsprung vor Hamburg mit 31 %.
Beim Thema Wachstum zeigt sich ein gemischtes Bild. Zwar hat knapp die Hälfte der Hamburger Startups externes Kapital aufgenommen (44 %) oder plant dies. Insbesondere bei bereits erfolgten Venture-Capital-Finanzierungen bleibt Hamburg mit 23 % jedoch hinter den Hotspots Berlin (43 %) und München (37 %) zurück. Während München und Hamburg vor rund zehn Jahren noch auf einem ähnlichen Investmentniveau lagen, ist der bayerische Standort zuletzt deutlich davongezogen. Besser sieht es bei öffentlichen Fördermitteln und Business Angels aus, hier liegt Hamburg klar über dem Bundesschnitt.
Neben dem Zugang zu Wachstumskapital zeigt der Hamburg Startup Monitor weitere zentrale Entwicklungsfelder für den Standort. Besonders beim Transfer von Forschung in erfolgreiche Unternehmen liegt für Hamburg großes Potenzial. Bisher sind Hamburger Gründer:innen mit der Nähe zu Hochschulen seltener zufrieden als bundesweit (74 % vs. 82 %). Mit der neuen Startup Factory Impossible Founders entsteht aktuell eine Struktur, die Ausgründungen aus Hochschulen stärken und insbesondere DeepTech-Startups bessere Bedingungen für Skalierung bieten soll. Darüber hinaus muss Transfer aber für alle Akteure an Bedeutung in der Hansestadt gewinnen.