Angefangen hat es mit einer Übersicht über Startup-Events in Hamburg, inzwischen ist found zu einer Community mit über 1.400 Mitgliedern und zahlreichen Angeboten angewachsen. Im Interview erklärt der Gründer Kyrylo Korsun, wie found entstanden ist und welche Pläne er für die Zukunft hat.
Zunächst zu dir - was ist dein Hintergrund und womit beschäftigst du dich?
Ich bin Kyrylo, stolzer Ukrainer, Gründer, Community-Builder und leidenschaftlicher Läufer. Drei Dinge haben mich, solange ich mich erinnern kann, fasziniert und letztendlich mein Leben geprägt: Menschen, andere Kulturen und Technologie. Schon als Kind träumte ich davon, zu reisen und die Welt zu sehen. Also studierte ich Mandarin und International Business und verbrachte mehrere Jahre im wunderschönen Hangzhou in China. Ich hatte nie einen klar definierten Karriereplan. Ich ließ mich von meiner Neugier leiten. Vom Chinesisch unterrichten über die Arbeit in der IT bis hin zum Aufbau meines eigenen Startups habe ich viele verschiedene Dinge ausprobiert.
2019 zog ich nach Hamburg, kurz bevor COVID die ganze Welt lahmlegte. Ich bin ein sehr geselliger Mensch, daher waren diese ersten Jahre mit regelmäßigen Ausgangssperren hart. Ich habe den Kontakt zu anderen Menschen vermisst. Zwischen den Lockdowns arbeitete ich an verschiedenen Projekten: einer Plattform für ukrainische Künstler, einer IT- und Marketingagentur und schließlich an Startups. Im Jahr 2024 schloss ich mich dem Inkubator beim Körber Start-Hub an und entwickelte eine KI-Plattform, die der Filmindustrie dabei half, barrierefreie Versionen von Filmen für Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen zu erstellen.
Was ist found und was war der Anlass es zu gründen?
Als ich richtig in die Startup-Welt eintauchte, traf ich viele unglaublich talentierte Gründer:innen und Unternehmer:innen, die keine Ahnung hatten, wo sie anfangen sollten. Wo sie die richtigen Leute finden konnten. In welchen Raum sie gehen sollten. Das Problem war alles andere als glamourös. Die Informationen waren überall und nirgends zugleich, verstreut über Event-Apps und eine Handvoll Communities auf Slack und WhatsApp. Von einer guten Veranstaltung erfuhr man erst am Tag danach. Also fing ich an, eine Liste mit Veranstaltungen zusammenzustellen, und teilte sie mit ein paar anderen Gründer:innen auf WhatsApp. Die Liste wurde immer länger und wurde an andere weitergeleitet. Irgendwann beschloss ich, daraus einen wöchentlichen Newsletter zu machen: „found Hamburg“.
Daraus entwickelte sich schnell ein fünfminütiger wöchentlicher Überblick, in dem ich alles rund um Startups und die Community in Hamburg teile. Meine Gedanken, Erkenntnisse, Veranstaltungen, Stellenangebote und vieles mehr. In diesem Jahr ist mein guter Freund Hugo Paquin als Mitbegründer zu found gestoßen, und wir haben enorme Unterstützung von unserer Community erfahren. Heute ist found die Quintessenz all dessen, wofür Hugo und ich uns begeistern. Es ist eine wachsende Early-Stage-Startup-Community mit mehr als 1.400 Mitgliedern und ein kuratiertes Startup-Medium.
Was sind die aktuellen Aktivitäten von found und wie sehen die Zukunftspläne aus?
Unsere Mission ist es, Gründer:innen, Betreiber:innen, und Investor:innen von Startups miteinander zu verbinden, ihnen beim Aufbau erfolgreicher Unternehmen zu helfen und Hamburg auf die globale Startup-Karte zu bringen. Der Newsletter ist dabei nicht das einzige Mittel, das wir einsetzen. Über unsere WhatsApp-Community vernetzen wir Menschen online, und durch unsere monatlichen Co-working Days bringen wir die Community im realen Leben zusammen. Wir haben den found-Podcast ins Leben gerufen, um die treibenden Kräfte der Startup-Community ins Rampenlicht zu rücken. Außerdem gibt es eine Jobbörse mit den besten, handverlesenen Stellenangeboten aus den Bereichen Startup und Tech. Weiterhin wollen wir den Newsletter für Gastautor:innen aus der Community öffnen, die Jobbörse zur ersten Anlaufstelle für die Suche nach einem Startup-Job in Hamburg ausbauen und mehr eigene Veranstaltungen durchführen.