Zum 20. Mal fand in diesem Jahr der Startup-Wettbewerb Gründergeist statt, der von den Wirtschaftsjunioren der Handelskammer Hamburg ausgerichtet wird. Schauplatz des Finales war wie schon 2025 das XPERION im MediaMarkt in der Mönckebergstraße. Gewonnen hat das Team von FiberGuard, die Plätze zwei und drei belegten exære und RYLEVÉ.
Vier der besten aus über 90 Startups
Beworben hatten sich über 90 Startups. Einen der sieben Finalplätze ergattert zu haben war also schon großer Erfolg, unter anderem für re_source, eine Plattform für ebenso nachhaltige wie preisgünstige Verpackungen. Qualifiziert hatten sich auch Wysor mit einer KI-Lösung, bei der Datensicherheit besonders groß geschrieben wird, Universal Carbon mit einem Verfahren zur CO2-Abscheidung und Anori Tech, das die Erstellung von Batteriemanagementsystemen nach dem Baukastenprinzip beschleunigt und vereinfacht. Bei einem Pitch vor einer Fachjury, der bereits einige Tage zuvor unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte, hatten es diese vier Startups nicht ganz auf einen der ersten drei Plätze geschafft.
RYLEVÉ erleichtert die Arbeit in der Plege
Das Juryergebnis wurde allerdings erst im Anschluss an den Pitch vor Publikum bekanntgegeben. Demnach konnte sich RYLEVÉ den dritten Platz und damit 2.000 Euro sichern. Der Name leitet sich ab von dem Begriff Relevé, der eine Tanzbewegung im Ballett beschreibt. Das Startup entwickelt spezielle Berufsbekleidung, die die Muskulatur von Pflegepersonal unterstützt und somit unter anderen Rückenschmerzen verhindert. Der Fachbegriff dafür ist Exowear, die leichtere Variante eines Exoskeletts.
exære recycelt kritische Metalle
Platz zwei, verbunden mit 3.000 Euro, ging an exære, das ein riesiges und bisher ungenutztes Potenzial heben möchte. Kritische Metalle, bei denen eine große Importabhängigkeit besteht und zu denen beispielsweise seltene Erden aus China gehören, lassen sich bisher nicht recyceln. exære hat nun eine Technologie entwickelt, die genau das ermöglicht und damit Elektroschrott zu einer wertvollen Rohstoffquelle macht. Das biochemische Verfahren wird gerade zum Patent angemeldet.
FiberGuard erkennt fühzeitig Schäden an Brücken
Auffallend an diesem Abend war die Dominanz der Gründerinnen. Bei vier von sieben Pitches standen Frauen auf der Bühne, bei exære übernimmt normalerweise Yelda Nur Demirdöğen die öffentlichen Auftritte. Und das Team von FiberGuard ging gleich mit fünf weiblichen Mitgliedern an den Start. Gründerin Sophia Lorenz stellte eine Technologie vor, die mittels optischer Fasern eine kontinuierliche Inspektion von kritischer Infrastruktur ermöglicht. Selbst kleinste Veränderung lassen sich beispielsweise bei Brücken feststellen, was rechtzeitige Reparaturen ermöglicht und damit höhere Kosten oder gar bedrohliche Schäden verhindert. Dafür gab es Platz eins, dotiert mit 10.000 Euro.