Zum Hauptinhalt springen
Logo von Startup City Hamburg

Acht Handlungsfelder und insgesamt 152 Punkte umfasst die kürzlich veröffentlichte Startup- und Scaleup-Strategie der Bundesregierung. Längst nicht alles davon ist neu und vieles bisher nur eine Absichtserklärung. Das Ziel aber ist klar: die Verbesserung der Voraussetzungen für die erfolgreiche Gründung und Skalierung von Startups in Deutschland. Dieser Beitrag gibt eine Übersicht über die wichtigsten Vorschläge und Maßnahmen.

1. Finanzierung

Die Finanzierungsfrage ist für die Mehrheit der Startups von entscheidender Bedeutung. Dementsprechend fällt hier der Katalog der Maßnahmen besonders umfangreich aus. An erster Stelle steht die Verstetigung des Zukunftsfonds über das Jahr 2030 hinaus als Teil des Deutschlandfonds. Über diesen stellt die Bundesregierung eine Anschubfinanzierung über Beteiligungen und Kreditgarantien von mehr als 30 Milliarden Euro zur Verfügung. Fortgeführt wird auch die WIN-Initiative, die für Zusagen privater Investoren für Investitionen in das Startup-Ökosystem von bis zu 25 Milliarden Euro sorgen soll. Der High-Tech Gründerfonds (HTGF) soll ebenfalls weiter ausgebaut werden, der Start der fünften Fondsgeneration HTGF V ist für 2027 geplant. Bereits beschlossen ist die Möglichkeit, Wagniskapital bei der privaten Altersvorsorge zu berücksichtigen.

2. Bildung, Ausgründungen und Transfer

Bei diesem Handlungsfeld bildet die Weiterentwicklung der exist-Programme einen Schwerpunkt. So stehen beispielsweise die Stärkung der Startup Factories, zu denen Hamburgs Impossilble Founders gehört, und der Aufbau einer exist Academy im Strategiedokument, um die Ausgründungen aus Hochschulen und den Transfer in die Wirtschaft zu forcieren. Dazu beitragen sollen auch eine nationale IP-Strategie mit standardisierten Ausgründungsverträgen und die Gründung der Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft (DAFG). Als besonders förderungswürdige Forschungsbereiche werden Deep Tech, Quantentechnologie, Life Science und Batterietechnologie genannt.

3. Sicherheit und Verteidigung

Ein eigenes Handlungsfeld widmet sich dem Bereich Sicherheit und Verteidigung, in dem Startups in letzter Zeit besonders stark gewachsen sind. Im Zusammenhang mit dem Zukunftsfonds wird ein neues Vehikel für Direktbeteiligungen des Bundes an Startups und Scaleups geschaffen, die eindeutig militärisch nutzbare Produkte und Dienstleistungen herstellen und bereitstellen. In der Entwicklung befinden sich zudem Finanzierungsinstrumente des Bundes, die Beteiligungen an Fonds mit einem Schwerpunkt im Bereich Sicherheits- und Verteidigungsindustrie eingehen. 

4. Bürokratierückbau

Die Wunschliste von Startups für die Entbürokratisierung ist lang, ein Kernanliegen soll das Hebelprojekt mit dem selbsterklärenden Namen „Schneller Gründen“ behandeln. Gedacht ist unter anderem an die Digitalisierung und Beschleunigung der Gründungs- und Registrierungsprozesse, diverser Zulassungs- und Genehmigungsverfahren sowie des Beurkundungsverfahrens. Unter das Stichwort „28. Regime“ fällt die europaweite Etablierung der Unternehmensform EU Inc., die in der gesamten EU Rechtsgültigkeit haben soll.

5. Vergabe und Wettbewerb

Eine Reihe von Maßnahmen soll es Startups erleichtern öffentliche Aufträge zu erhalten. Seit dem 1. Juli gilt der erhöhte Grenzwert von 100.000 Euro für direkte Aufträge ohne vorherige Ausschreibungen. Bei höheren Beträgen greift das ebenfalls bereits in Kraft getretene Vergabebeschleunigungsgesetz, das bürokratische Hürden bei der Beschaffung abbaut. Mit dem Agentic AI Hub soll der Einsatz von künstlicher Intelligenz gefördert werden.

6. Fachkräfte

Die Flexibilisierung hochvergüteter Arbeitsverhältnisse soll schnellere Jobwechsel ermöglichen, unter anderem durch steuerliche Vergünstigungen bei Abfindungszahlungen. Die Einkommensuntergrenze liegt bei ca. 175.000 Euro jährlich. Zur Personalbindung dient die Stärkung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung. Geprüft werden soll, inwieweit ein zeitlicher Aufschub der Zahlung von Sozialversicherungsbeiträgen möglich ist.

7. Kooperationen

Die Förderung der Zusammenarbeit von Startups mit etablierten Unternehmen steht bei diesem Handlungsfeld im Fokus. Zu den wenigen konkret genannten Maßnahmen zählen die Stärkung der bereits bestehenden KI-Servicezentren und der de:hub-Initiative, zu der in Hamburg der Digital Hub Logistics & Commerce gehört.

8. Internationalisierung und Vernetzung

Um international für mehr Sichtbarkeit zu sorgen wird die Dachmarke „Startup Germany“ ausgebaut, beispielsweise durch die Ausrichtung des „Startup Germany Summit“. Der Wirkungsbereich des „German Accelerator“ wird erweitert, unter anderem auf Afrika, und mit den Aktivitäten der Startup Factories verknüpft.


startup city hamburg logo signet

Autor

Startup City Hamburg

Startup City Hamburg ist die zentrale Anlaufstelle für Hamburgs Startup-Ökosystem: Wir berichten über News und Events, Gründer:innen und Erfolgsgeschichten der Szene, ordnen aktuelle Entwicklungen ein und behalten Fördermöglichkeiten im Blick. Mit persönlicher Beratung durch unsere Startup-Guides und einem Netzwerk aus Gründer:innen, Investor:innen und Institutionen geben wir Gründungsinteressierten und Foundern einen Überblick über die Szene.

Startup City Hamburg ist Teil der IFB Innovationsstarter GmbH und wird von der Freien und Hansestadt Hamburg über die Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI) gefördert.


Artikel teilen

  • The link to this article has been copied to the clipboard

Immer up-to-date: Abonniere jetzt unseren Newsletter!

Zur Anmeldung