Der Name ist neu, das Konzept dagegen bereits bewährt: Studierende und angehende Gründer:innen entwickeln aus einer Startup-Idee innerhalb von drei Monaten ein tragfähiges Geschäftsmodell oder sogar schon ein erstes Produkt. Bisher hieß das Programm Future Founder, jetzt iF Pioneers, um die Zugehörigkeit zur Startup Factory Impossible Founders deutlich zu machen. Neu als Gastgeber für den Abschlusspitch ist auch die Kühne Logistics University (KLU). Gewonnen hat ein Team, das bereits beim Hamburg Innovation Summit auf sich aufmerksam gemacht hatte.
Ein Vorprogramm mit sieben vielversprechenden Ideen
Vor dem eigentlichen Pitchwettbewerb hatten noch sechs weitere Teams von Hochschulen von Flensburg bis Rostock die Gelegenheit sich vorzustellen. Dock Konzepte präsentierte einen modularen Blumentopf, der mit der Pflanze mitwächst, Urbin einen öffentlichen Abfallbehälter mit einigen Extras. KAMJA nutzt Sensortechnik für den Nachweis von Allergenen in der Luft, OceanSense zur Vermessung von Gewässern. belong entwickelt eine Plattform, die Menschen mit Migrationshintergrund die Orientierung in Deutschland erleichtert und BioWax eine umweltfreundliche Wachsalternative, die aus Abfallprodukten der Lebensmittelproduktion besteht. Gut möglich, dass wir das eine oder andere Projekt im nächsten Batch von iF Pioneers wiederfinden.
Das gilt erst recht für GrowTi, das Gewinnerteam des Hackathons iF Sprint vom vergangenen Wochenende. Den Erfolg verdankt es einer Technologie, bei der Titantiumsulfid zum Einsatz kommt und die unter anderem für Filter verwendet werden kann.
Neue Technologien für Navigation, Fassadenbau und Medikamentenprüfung
Für diesen Durchgang von iF Pioneers hatten sich 28 Studierende von sieben Hochschulen qualifiziert, die neun Teams gebildet haben. Fünf bekamen die Chance, vor einer Jury und einem großen Publikum zu pitchen. GravNav ist aus einem früheren iF Sprint hervorgegangen und konnte sich bereits in einem Praxistest im Hamburger Hafen beweisen. Zur Navigation bei Schiffen verwendet es nicht GPS, was stör- und fehleranfällig ist, sondern Gravitationsanomalien. RoboClad möchte mit KI-gestützten Robotern Gebäudefassaden erneuern, um den Energieverbrauch zu senken. Qynara plant die Qualitätsprüfung von Medikamenten zu revolutionieren, indem es ein Testverfahren, das sonst Stunden oder sogar Tage dauern kann, um 98 % beschleunigt.
Preise für veganes Leder und einen Stressindikator
Zwei Teams konnten sich ein umfangreiches Unterstützungspaket von Impossible Founders und Preisgelder sichern. Den mit 1.000 Euro dotieren Publikumspreis gewann Lleap Materials mit einer veganen Lederalternative aus dem Pflanzenbestandteil Lignin. Hier überzeugten ein besonders leidenschaftlicher Pitch und das buchstäblich greifbare Produkt. Die Jury entschied sich für visflo, das damit seinen Erfolg bei den Hamburg Innovation Awards wiederholte. 1.500 Euro gab es für einen wie ein Pflaster zu tragenden Sensor und eine damit verbundene App, die den Cortisolspiegel im Schweiß einer Person misst. Das Hormon gilt als zuverlässigster Indikator für Stress, ein Problem, das Millionen beschäftigt, weshalb eine Lösung großes Marktpotenzial verspricht.