2025 in Hamburg entstanden, sind die AI BEAVERS zu einer internationalen Community herangewachsen, die Deutschlands größten KI-Hackathon veranstaltet hat und bis nach San Francisco reicht. Wie es dazu gekommen ist und was von den fleißigen Bibern noch zu erwarten ist, schildert Mitgründer Vladyslav Nyzhashchyy im Interview.
AI BEAVERS – eine weltweite Community aus Hamburg
Zunächst zu dir - was ist dein Hintergrund und womit beschäftigst du dich?
Ich bin Vladyslav Nyzhashchyy, Mitbegründer von AI BEAVERS. Ich bin in der Ukraine aufgewachsen und habe dort Angewandte Kunst studiert – kein typischer Einstieg in die Tech-Branche. Nach meinem Umzug nach Hamburg habe ich eine Marke für handgefertigten Schmuck aufgebaut, sie fast vier Jahre lang allein geführt und einen Jahresumsatz von 120.000 Euro erreicht, bevor ich sie aufgegeben habe. Im Jahr 2022 bin ich zur Softwarebranche gewechselt: erst ein Bootcamp, dann zweieinhalb Jahre als Entwickler bei einer Agentur in Kiel, wo ich Plattformen für Kunden wie EA SPORTS und Borussia Dortmund entwickelt habe. Nebenbei haben mein Mitbegründer Dennis Han und ich calmi entwickelt, einen KI-Begleiter für psychische Gesundheit. Die Nutzerzahl stieg auf über 150.000. Heute widme ich meine Zeit AI BEAVERS und der Durchführung von KI-Kursen zum Thema Entwicklung von KI-Produkten zusammen mit meinem Mitbegründer Alexander Zakharov.
Was ist AI BEAVERS und warum wurde es gegründet?
Alex hat es im März 2025 in einem Café ins Leben gerufen, sonntags, mit einer Handvoll Leuten, die mit KI-Tools etwas entwickeln wollten. Ich bin dazugekommen, nachdem er ein Cursor-Meetup veranstaltet hatte. Ich hatte einige Zeit in San Francisco verbracht und vermisste die Art und Weise, wie die Leute dort in einem Raum zusammensitzen, arbeiten und sich gegenseitig helfen. Zurück in Hamburg arbeitete ich allein in meiner Wohnung, und für Gründer war Hamburg ziemlich tot. So entstanden die build fridays: ein Ort, an dem sich Gründer:innen und Menschen aus dem KI-Bereich treffen, um zu entwickeln – und zwar zur ungewöhnlichsten Zeit der Woche, am Freitagabend. Beim ersten Mal waren 17 Leute dabei. Heute findet die Veranstaltung in mehreren Städten weltweit statt, darunter Berlin, London und San Francisco.
Was sind die aktuellen Aktivitäten von AI BEAVERS?
Die zentrale Veranstaltung sind die build fridays in Hamburg, die jede Woche ab 16 Uhr stattfinden: Gründer:innen und Entwickler:innen arbeiten Seite an Seite, helfen sich gegenseitig und präsentieren am Ende ihre Ergebnisse. Daneben veranstalten wir Cursor-Meetups, eine monatliche Agent-Coding-Session für fortgeschrittene Entwickler:innen, sowie AI day-to-day, ein Abendformat mit praktischem Wissen für bestimmte Branchen. Unsere bislang größte Veranstaltung war der KI-Hackathon im Januar 2026: mehr als 400 Teilnehmende an zwei Tagen, kostenlos, offen für alle Niveaus, mit OpenAI, Cursor, Google, ElevenLabs und anderen als Sponsoren sowie Juror:innen von Unternehmen wie Amazon, Apple und Netflix. Es war der bislang größte KI-Hackathon in Deutschland. Seit den Anfängen ist die Community auf mehr als 9.000 Mitglieder in 14 Ländern und über 90 Veranstaltungen angewachsen. Hamburg ist nach wie vor die Heimatbasis.
Was kommt als Nächstes?
Zwei Dinge. Erstens: weitere Stadtgruppen. Berlin, London und San Francisco sind bereits am Start, und weitere Städte kommen hinzu. Alle Städte bekommen eigene lokale Gastgeber:innen – wir nennen sie „Dam Keepers“ –, die Veranstaltungen mit einem eigenen Team und an eigenen Veranstaltungsorten organisieren. Wir bleiben im Hintergrund und unterstützen.
Zweitens: Keystone, unser Schulungsprogramm für Geschäftsteams. In den meisten Unternehmen gibt es bereits Mitarbeitende, die ChatGPT, Claude oder Copilot nutzen, doch die Nutzung ist uneinheitlich und die Ergebnisse sind oft mangelhaft. Keystone ist ein einmonatiger Live-Kurs, in dem Nicht-Entwickler:innen lernen, ein Problem so zu formulieren, dass KI es lösen kann, die Ergebnisse zu bewerten und Gewohnheiten zu entwickeln, die ihr Team wiederverwenden kann. Auf diese Weise bringen wir das, was wir von Hunderten von Entwickler:innen und aus unserer eigenen Erfahrung gelernt haben, in die Unternehmen ein.