2022 feierte mit AiDiA der erste deutsche Startup-Wettbewerb für Schwarze Gründer:innen in Hamburg Premiere. Vier Jahre später ist daraus ein zweitägiges „Business & Culture Fest“ geworden, das erstmals auch ein umfangreiches Konferenzprogramm beinhaltete. Die Höhepunkte bildeten aber wieder zwei Pitches, bei denen Lady D mit einem innovativen Nagellack und Hynovy mit Elektroden für die Produktion von grünem Wasserstoff gewannen.
2 Tage AiDiA zeigten die Vielfalt Schwarzen Unternehmertums
Das Konferenzprogramm präsentierte Hamburg als Startup-Standort
Schauplatz der Konferenz am ersten Tag war die MS Stubnitz, ein ehemaliges Kühlschiff der DDR-Fischfangflotte, das inzwischen in Hamburg für Kulturveranstaltungen genutzt wird. Bei AiDiA standen Themen rund ums Unternehmertum im Mittelpunkt, beispielsweise bei dem Panel „Ist Hamburg Deutschlands unterschätzte Gründungsmetropole?“ Dort stellte unter anderem Heiko Milde, Geschäftsführer der IFB Innovationsstarter GmbH, Hamburgs Förderangebote für Startups vor. Die „Global Founders Stage“ zeigte, welche Chancen sich internationalen Gründer:innen bieten und wie Startup City Hamburg sie unterstützt. Prominentester Speaker war Dean Forbes, der zeitweise obdachlos war, sich zum Multimillionär hochgearbeitet hat und als einer der einflussreichsten Schwarzen Großbritanniens gilt.
18-jährige Gründerin gewinnt Idea Pitch
Der Pitch-Wettbewerb, das Herzstück von AiDiA, verteile sich 2026 auf zwei Tage. Den Anfang machte am Freitag der Idea Pitch, der Startups eine Bühne gab, die noch nicht oder gerade erst gegründet wurden. Aus Simbabwe kam Nhare Tech mit einem Gerät für besseren Telefonempfang und Ghana war mit SpeedAid, einer Plattform für Notfalltransporte, vertreten. Für Hamburg ging waymaker stories ins Rennen mit Bilderbüchern, die Schwarze Vorbilder präsentieren. Beeva AI aus Berlin stellte eine App vor, die mithilfe von KI Empfehlungen für die Pflege von dunkler Haut gibt. Der Hauptpreis in Höhe von 2.000 Euro ging an ein weiteres Berliner Startup, an Lady D. Die 18-jährige Gründerin Diana Oladipupo hat einen Nagellack entwickelt, der sich von der Haut problemlos mit Wasser und Seife abwaschen lässt.
Beim Founder Pitch setzt sich eine technologische Innovation durch
Der zweite AiDiA-Tag führte nach Harburg in die Friedrich-Ebert Halle und bot die bewährte Mischung aus glamouröser Party und hochklassigem Pitch mit Startups, die schon die ersten Wachstumsschritte gemacht haben. Afro Drinks by Bam aus Bochum bereichert mit einer Hibiskuslimonade den Getränkemarkt; yana aus Bad Homburg bietet eine App zur Dokumentation von Informationen aus dem Pflegealltag; Duafe Haircare aus Berlin entwickelt Pflegeprodukte für Afro-Haar. Der dritte Platz ging an Lankai Ltd. aus Ghana für eine Erfindung, die Aktivkohle für Filter aus Kokosnussschalen gewinnt. Platz zwei sicherte sich Trashcoin aus Nigeria für eine Plattform für das Einsammeln und Recyclen von Plastikmüll.
Den Founder Pitch gewonnen hat ein Startup aus Mühlheim an der Ruhr: Hynovy will mit einer Elektrode einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das für die Produktion von grünem Wasserstoff benötigte Maschinenbauteil senkt den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß und kommt ohne kostspielige Edelmetalle aus. Die patentierte Technologie überzeugte mit ihrem hohen Marktpotenzial eine vierköpfige Fachjury am meisten; der Lohn ist ein Preisgeld in Höhe von 30.000 Euro. Umjubelter Schlusspunkt der zweitägigen Veranstaltung war der Aufritt des populären ghanaischen Musikers Stonebwoy, der noch einmal verdeutlichte, worum es bei AiDiA geht: die Verbindung von Business und Kultur für die Schwarze Community in Deutschland.