Kurz vor Beginn des ersten Future Leader Summits am vergangenen Freitag (10. April) verkündete das Organisationsteam auf LinkedIn: „Wir sind ausverkauft!“ Damit war das Ziel erreicht, 10.000 Teilnehmende für eine Veranstaltung zu gewinnen, die jungen Leuten Mut machen sollte, ihre berufliche Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Geboten wurde ihnen ein umfangreiches zweitägiges Programm, in dem häufig das Thema KI im Mittelpunkt stand und Startups eine wichtige Rolle spielten.
Von der Uni ins Kongresszentrum
Als sich 2017 kaum mehr als 100 Personen zum ersten ChefTreff zusammenfanden, konnte noch niemand ahnen, dass daraus einer der wichtigsten Innovationskongresse Hamburgs werden sollte. Die Veranstaltung von Studierenden für Studierende wollte damals Wege aufzeigen, wie sich akademisches Wissen in eine berufliche Karriere umsetzen lässt, mit der Gründung eines eigenen Unternehmens als realistische Option. Im Kern ist das immer noch das Anliegen des Events, das in diesem Jahr erstmals den Namen Future Leader Summit (FLS) trug und nach den Anfängen an der Universität Hamburg und einer Phase in der Handelskammer Hamburg inzwischen im Hamburger Kongresszentrum CCH angekommen ist.
Impossible Founders bot Startups eine Bühne
Die Idee, Studierende zu Unternehmer:innen zu machen, ist in Hamburg aktueller denn je. Im November 2025 hat die Startup Factory Impossible Founders ihren Betrieb aufgenommen, um für mehr Gründungen aus Hochschulen heraus zu sorgen, mit dem Fokus auf Deep Tech. Folgerichtig war Impossible Founders auch einer der wichtigsten Mitveranstalter, mit großer Ausstellungsfläche, die zahlreichen Startups Platz bot, und einem umfangreichen Bühnenprogramm, bei dem vor allem Hamburger Gründer:innen zu Wort kamen. Abschließender Höhepunkt war hier ein Startup Pitch Battle, aus dem Histomography aus Göttingen als Sieger hervorging. Dieses Startup entwickelt ein Verfahren, um bei Gewebeuntersuchungen Tumore besser erkennen zu können.
KI als roter Faden
Thematisch war das Vortragsangebot auf insgesamt sechs Bühnen breit gefächert und mache deutlich, dass der Future Leader Summit weit mehr ist als eine Job- und Recruiting-Messe. Zwei inhaltliche Schwerpunkte ließen sich aber feststellen. Kaum ein Beitrag kam ohne die Erwähnung von künstlicher Intelligenz aus. Bei vielen Speaker:innen stand sie sogar im Mittelpunkt, so auch beim Vortrag des Philosophen Richard Davis Precht, einem der bekanntesten Teilnehmer des Events. Dabei wurde deutlich, welche Umwälzungen KI gerade in der Arbeitswelt bewirken wird und auch daraus resultierenden Gefahren wurden nicht verschwiegen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Deep Tech in all seinen Facetten, zu denen sogar der Bereich Lebensmittel gehört. Ein Beispiel dafür lieferte MicroHarvest, das mithilfe von Mikroorganismen Protein produziert und damit einen wichtigen Beitrag zur Ernährung der Zukunft leistet.
Der Future Leader Summit soll weiter wachsen
Vor allem wollte der FLS aber in diesen unsicheren Zeiten, die gerade für junge Menschen oft eine Belastung darstellen, positive Signale setzen und für Optimismus sorgen. Auf dem Programm standen deshalb zahlreiche Erfolgsgeschichten, beispielsweise die des Engländers Simon Squibb, der es vom Obdachlosen zum Seriengründer gebracht hat. Optimistisch geben sich auch die Macher:innen des Future Leader Summits. Dessen Gründer Jan Henri Kalinowski sprach in seiner Begrüßungsrede davon, das Event zum größten seiner Art in Europa zu machen. Intern ist von einer Teilnehmendenzahl von bis zu 15.000 die Rede. Zwei Dinge sind auf jeden Fall sicher: der nächste Termin (16. und 17. April 2027) und dass Hamburg der Ort des Geschehens bleibt.